Vorschau



Aus einer anderen Zeit

Mädchenzeit 2

Bilder und Träume in Prosa
Krieg und Frieden

Erster Schultag. Die Beine schmerzen vom Warten. Sie setzt sich einfach in die nächste Bank. Da kannst du gleich sitzen bleiben, sagt die Lehrerin und setzt Irmgard dazu. Lisa hat eine Pappschachtel, ein Stück Papier, einen Bleistiftstummel.  Irmgard besitzt eine Schiefertafel, einen Schwamm, Griffel, einen Lederranzen. Sie ist eine Bauerntochter. Mama ist nicht begeistert, dass ihre große Tochter in der niedrigen Bank Platz findet. Das Mädchen sitzt gern in der vorderen Reihe. Die Lehrerin schaut über sie hinweg.

Schulweg. Das Dorf ohne Ende. An jeder Ecke lauern Gefahren. Hunde, Gänse, große Jungen. Erste Klasse – Babytasse, rufen sie und werfen ihr den Ranzen zwischen die Beine, wenn sie versucht, wegzulaufen. Juckpulver haben sie dabei. Und jede Menge Steine. Auf dem Rückweg kloppen sich die Jungen. Manchmal auch die Mädchen. Erika kriegt keine Luft mehr. Sie hat einen Herzfehler. Das Mädchen versucht, jedem Streit aus dem Weg zu gehen.



Feuervogel


Kinderspiele. Ich bin ein armes Mädchen, hab ganz zerriss’ne Schuh und angestrickte Strümpfe, was sagst denn du dazu? Meine Mutter hat geschrieben, ich soll gehorsam sein und keinen anderen lieben als … allein. Mitten auf dem Schulhof. Große Kreise, kleine Kreise. Enge. Weite. Zusammenziehen. Klammern. Festhalten. Lachen. Himmel und Hölle. Schornsteinfeger ging spazieren. Guckte da ein Mädel raus. Willst du mit mir gehen? Muss sie erst die Mutter fragen. Kind, nach allem, was ich für dich getan habe!… Läuft das Kind zum Tor hinaus. Schornsteinfeger hinterher. Feiern sie das Hochzeitsfest. Und der Plumpsack geht um. Wer sich umdreht oder lacht… Lise auf der grünen Wiese. Wart auf einen König! Warten. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Nicht mal ein Schweinehirt kommt vorbei und fragt: Willst du mit mir spielen? Sie kniet, abseits der Menge, das Stöckchen in der rechten Hand, malt Buchstaben in den Sand. Kannst du aber schön schreiben! So gut kann ich das nicht! Christa mit den langen, blonden Zöpfen. Eines der Mädchen, die sie von weitem anhimmelt.

Meier-Reise. Guten Tag, Frau Meier! Knicks. Guten Tag, Frau Meier! Knicks. Wie oft noch? Ist sie schon in der zweiten Runde? Wieviel Bäume hat der Schulhof. Die anderen Schüler stehen da, lachen, tuscheln, verhöhnen. Das ist der Sinn der Reise. Damit sie es nie vergisst: Ein Schulkind hat jeden Erwachsenen aus dem Dorf zu grüßen. Die Mädchen mit Knicks. Die Jungen mit einem Diener. Irgendeine Frau aus dem Dorf, die sie nicht kennt, hat sie angeschwärzt. Nun muss sie jeden Baum auf dem Schulhof grüßen. Laut und deutlich und mit Knicks. Guten Tag, Frau Meier!


Lindenbaum weiter lesen

Seite 2 von 5  Seiten


Weihnachtsgedichte - Liebesgedichte - Grußkarten   - Weihnachtsbuch  - Impressum




Mädchenzeit Bilder  - Träume -  Prosa -  Krieg -  Frieden -  Mädchengeschichten 
  
Copyright © 2011 by Karin Rohner

Liebesgedichte-Liebes-Gedichte 
Lyrik (allgemein) Top1000