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Wilhelm Busch Seite 2

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt
Läuft die Zeit; wir laufen mit.


Karin Rohner - Wilhelm Busch
Die Zeit läuft mir davon - Radierung von Oswald Köberl

Zahnweh - davon kann ich ein Liedchen singen. Das liegt bei uns in der Familie. Schon in jungen Jahren habe ich meine Mutter zum Zahnarzt begleitet. Wir wohnten auf dem Lande und der Zahnarztbesuch war jedesmal eine Tagesreise. Meine Mutter hatte ständig irgendeine Wurzelbehandlung am Laufen. Und früher oder später erwiesen sich diese Qualen als vergebliche Mühe - der Quälgeist wurde dann doch gezogen.


Das Zahnweh

Das Zahnweh, subjektiv genommen,
ist ohne Zweifel unwillkommen;
doch hats die gute Eigenschaft,
daß sich dabei die Lebenskraft,
die man nach außen oft verschwendet,
auf einen Punkt nach innen wendet
und hier energisch konzentriert.
Kaum wird der erste Stich verspürt,
kaum fühlt man das bekannte Bohren,
das Zucken, Rucken und Rumoren,
und aus ists mit der Weltgeschichte,
vergessen sind die Kursberichte,
die Steuern und das Einmaleins,
kurz, jede Form gewohnten Seins,
die sonst real erscheint und wichtig,
wird plötzlich wesenlos und nichtig.
Ja, selbst die alte Liebe rostet,
man weiß nicht, was die Butter kostet,
denn einzig in der engen Höhle
des Backenzahnes weilt die Seele,
und unter Toben und Gesaus
reift der Entschluß: Er muß heraus!
 
Wilhelm Busch

Die Selbstkritik hat viel für sich

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab' ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp' ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff' ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

Wilhelm Busch
 
 

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Gemartert, Kritik des Herzens - Zahnweh, Selbstkritik - Hund und Katze 






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Wilhelm Busch - Zahnweh

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